In der Kategorie „Ist das wichtig, oder kann das weg?“ legen wir ausgewählte Aspekte auf den Prüfstein und suchen Argumente, warum dies wichtig oder nicht so wichtig ist. In diesem Beitrag ist die Frage:

Sind Hausaufgaben wichtig oder nicht?

Ein Mensch macht in seinem Leben durchschnittlich etwa 2400 Stunden Hausaufgaben, das sind 100 Tage seines Lebens. Da ist die Frage wohl berechtigt, lohnt sich das? Sind Hausaufgaben so wichtig, dass wir ca. ein Drittel eines Jahres an Zeit dafür aufwenden? Beginnen wir mit dem Pro. Warum sollten wir Hausaufgaben machen:

  • Wir gehen den Unterrichtsstoff noch einmal durch
  • Wir wissen, dass wir etwas für die Schule gemacht haben
  • Wir lernen für anstehende Prüfungen
  • es kann uns ein gutes Gefühl geben
  • Wir gefallen damit den Lehrkräften
  • Wir gefallen unseren Eltern
  • Wir pflegen unser Pflichtgefühl
  • wir vertiefen gelerntes
Aber was spricht gegen die Hausaufgaben:
  • Sie sind nachweislich (amerik. Studie 2016) schädlich
  • Sie verschlechtern das individuelle Bild von Schule, da sie verpflichtend sind
  • Sie verringern die Freizeit
  • Sie sind der Nachhall der Schulzeit (Der verlängerte Arm)
  • Sie sind ungerecht (der eine bekommt die Hausaufgaben gemacht, der andere macht sie in einem kleinen Zimmer mit sechs Geschwistern, der nächste schreibt sie im Bus ab und der letzte macht sie erst gar nicht und wird nicht erwischt
  • Sie verschlechtern das Verhältnis zwischen Eltern und Kinder
  • Sie sind oft demotivierend.
  • Sie machen ein schlechtes Gewissen und sie stressen.
Wie könnte man dieses Missverhältnis auflösen?

Lehrkräfte könnten einfach freiwillige Angebote zur Nacharbeit des Schulstoffes geben. Viele Nachteile würden sich auflösen. Es muss nicht immer alles erzwungen werden, warum können wir nicht die Selbstdisziplin ernst nehmen und SchülerInnen auch darin sich üben lassen. Haben wir so wenig Vertrauen in Kinder und Jugendliche? Sicherlich würden dann viele überhaupt keine Hausaufgaben mehr machen, aber sie hätten dann nicht mehr nur die Hausaufgaben nicht, sondern auch kein schlechtes Gewissen. Vielleicht würde dann die Neugier wieder einsetzen und sie würden aus einem inneren Drang lernen wollen. Ein Versuch wäre es doch alle male wert!

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