Immer wieder zeigen Studien, dass uns die Familie sehr wichtig ist. Über  80% der Deutschen verbinden mit der Familie Stabilität und Sicherheit. Sie wird fast immer genannt, wenn es darum geht, worauf es im Leben ankommt. Ist das aber wirklich so? Ist die Familie das Wichtigste? Wir haben wieder einmal eine Pro/Contra Aufstellung gemacht:

Pro Familie:

  • Familie kann ein grundlegendes Fundament des Lebens sein
  • Sie vermittelt und bietet oft Stabilität und Sicherheit
  • Beziehungen sind häufig geprägt von bedingungsloser Annahme bis hin zur bedingungsloser Liebe
  • Sie kann ein Rückzugsplatz sein, in dem ich nicht etwas vorgeben muss
  • Sie kann ein Ort tiefgreifender Erinnerungen sein
  • Sie ist Lernraum für das Leben
  • Sie kann in schwierigen Situationen Ermutigung, Halt, Kraft und Mut geben
  • Sie kann uns auf die Sprünge helfen
  • In der Familie werden Schwächen und Fehler, auch wenn sie häufiger gemacht werden, oft verziehen
  • Sie bietet Vertrautheit und oft auch Geborgenheit
  • Sie ist prägend für das ganze Leben
  • Wir können eine eigene Familie nach eigenen Vorstellungen gründen und entwickeln
  • Sie ist Herausforderung und Hängematte zugleich

 

Contra Familie:

  • Familie kann auch zum inneren Gefängnis werden
  • Familie ist der Ort, in dem am meisten sexueller Missbrauch und Suizid stattfinden
  • In der Familie können auch Gewalt, Drogen und Kriminalität Vorrang haben
  • Die Familie kann auch zur Bedrohung werden
  • Oft wird die Familie idealisiert (z.B. Werbung, Politik, Gesellschaft) etc.
  • Sich gegen die Familie zu stellen, bedeutet oft hohe Verluste (sinkendes Ansehen, Ausschluss oder Gefahr)
  • Familie wird manchmal als Vorbild genommen, ohne dies zu hinterfragen (Mafia, unflexible Rollenmodelle von Familie in der Politik)
  • Trennung von der Familie geht häufig mit Konflikten einher (z.B. Pubertät, Scheidung)
  • Lebensmodelle, die nicht dem Idealbild der Familie entsprechen werden vielfach abgelehnt und finden wenig Anerkennung

Resümee:

Familie kann unser Leben bereichern und zum Fundament unserer Identität werden. Deshalb gilt es, sie nicht einfach zu idealisieren, sondern sie bewusst zu leben. Beziehungen, auch in der Familie bedürfen der Pflege. Dazu ist es wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen, achtsam und wertschätzend mit anderen umzugehen und allen Beteiligten immer wieder Raum zu geben, das gute Herz zu zeigen und zu leben. Doch sollte sich jemand gegen familiäre Lebensmodelle entscheiden, so sollte dies, ohne Nachteile, möglich sein. Wir sehen, das mit der Familie ist nicht selbstverständlich, sondern bedarf einer stetigen Auseinandersetzung.

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