Ist das wirklich wichtig oder kann das weg? Sexualität

Das ist doch verrückt?
Wir haben über 150 Menschen gefragt, was wirklich wichtig ist und nur einer (Bülent Ceylan antwortete: „Sex mit Liebe“) hat Sexualität für wirklich wichtig gehalten. Dabei handelt es sich doch bei der Sexualität um ein Grundbedürfnis des Lebens. Die Sexualität ist unsere tiefste „Bedürfnisgrube“, eine große Lust und sie sichert den Fortbestand der Menschheit. Sie macht Liebe spürbar, sie kann ein wesentlicher Antrieb im Leben sein, süchtig machen und zum Mittelpunkt von Beziehungen werden. Sie bestimmt einen Großteil unseres Alltags, ist ein wesentliches Merkmal unserer Identität und sie ist einer der größten Wirtschaftsfaktoren. So ist sie in der Werbung nicht weg zu denken und doch sparen wir sie bei den wichtigen Dingen des Lebens aus? Verrückt! Wir tun sogar das Gegenteil. Wir behandeln das Thema „Sexualität“ wie ein lästiges Übel. Wir tabuisieren sie, packen sie in die Schmuddelecke, provozieren Versagensängste und missbrauchen sie als Machtmittel. Beispielsweise haben die schlimmsten Schimpfwörter sehr oft mit Sexualität zu tun. Diese Worte werden als „dreckige Worte“ beschrieben und selbst in den Religionen benutzte und benutzt man Sexualität, um Machtpositionen zu bestimmen (Zölibat, kein Sex vor der Ehe, Verbote von Sexualformen etc.) und Menschen auszuschließen (Homosexuelle, Transsexuelle, Prostituierte…). Dabei kann Sexualität doch eine der schönsten Sachen der Welt sein. Sie kann Zuneigung und Liebe spürbar machen, Abenteuer und Glück bedeuten. Vielleicht sollten wir sie enttabuisieren und sie aus der Verbotszone herausholen und sie dort hinbringen, wo sie hingehört: ins Menschliche.
Das würde bedeuten, dass wir die Worte und Taten der Liebe und der Sexualität wertschätzen, dass wir Menschen in Ihrer Sexualität selbst bestimmen lassen und Missverständnisse klären.
Wir sollten uns unserer Sexualität nicht schämen, sondern sie annehmen und als natürlich und wertvoll behandeln und vorbehaltlos aufklären.
Das würde bedeuten, dass wir beispielsweise Männer und Frauen, die gerne Sex haben wollen, nicht abstempeln. Dies gilt auch für Prostituierte, Homo-, Transsexuelle und ähnliches. Natürlich gibt es auch Grenzen der Toleranz. Nämlich dann, wenn jemand zum Sex gezwungen wird, ob Kinder, Prostituierte oder andere.

Lasst uns gegen die Benutzung von Schimpfworten vorgehen, ob nun sexuelle oder nicht. Lasst uns mit Macht auch bei der Sexualität verantwortungsvoll umgehen. Lasst uns Sexualität als etwas Menschliches annehmen!

Und wenn wir uns dann noch einmal der Frage widmen, ob Sexualität wichtig ist, können wir mit einer ganz banalen Gegenfrage antworten: Wer möchte in einer Welt ohne Sexualität leben? (Wenn es über haupt ginge!)

Nur eins noch. Für mich passt Sexualität und Gewalt nicht zusammen. Vielleicht bin ich da altmodisch. Aber ich habe einfach eine Abneigung gegen Gewalt, auch wenn sie von beiden gewollt und zur Lustbefriedigung dient. Ich kann dies rein „kopfmäßig“ tolerieren, doch instinktiv sträubt sich etwas in mir.

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