Ist das wirklich wichtig oder kann das weg? Vertrauen

„Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Diese oft gebräuchliche Redewendung wird dem Politiker Lenin zugeschrieben und meint, dass es besser ist, sich nur auf das zu verlassen, was man selbst überprüft hat. Allerdings wollte Lenin, wie die Geschichte zeigt, einen Überwachungsstaat errichten. Auf diesem Hintergrund erscheint die Bedeutung des Satzes sich ins Gegenteil zu verkehren. Demnach sollten wir uns mehr Vertrauen schenken, als alles abzusichern (siehe den Beitrag: ist das wirklich wichtig oder kann das weg- Sicherheit). Vertrauen ist also für die Qualität von Beziehungen von großer Wichtigkeit. Dann stellt sich die Frage: Wie entsteht Vertrauen? Gibt es so etwas ähnliches wie soziale Mechanismen, die vertrauensförderlich sind?
Und diese Fragen sind durchaus mit “ja” zu beantworten. Es gibt diese Mechanismen tatsächlich und sie sind auch wissenschaftlich nachgewiesen. Hier sind ein paar davon:

Besonders krasse, gemeinsame Erlebnisse stärken das gegenseitige Vertrauen. Wenn wir mit jemandem eine beispielsweise lebensbedrohende Situation gemeistert haben, kann dies zu einem schier unerschütterlichen Vertrauen führen. Denn wir fühlen uns durch das Erlebnis verbunden und meinen, dass wir unser Leben demjenigen verdanken, auch nur, weil die Person dabei war. Es ist, als würde ein tiefes Geheimnis, die Bindung zwischen den Betroffenen ausmachen.
Auf dem Weg zum Vertrauen suchen wir demnach nach Beweisen und das gemeinsame Durchleben von Extremsituationen kann als ein solcher Beweis gedeutet werden.

Einen anderen sozialen Mechanismus, der Vertrauen aufbauen kann, wird in der Soziologie mit dem Wort Reziprozität, was soviel wie Gegenseitigkeit oder Wechselseitigkeit bedeutet, beschrieben. Demzufolge suchen wir fast immer nach einem sozialen Ausgleich. Wenn uns beispielsweise jemand etwas schenkt, von dem wir das nicht erwartet haben, dann bekommen wir oft ein schlechtes Gewissen und merken uns die Person, um ihr bei nächster Gelegenheit zum Ausgleich wieder etwas zurück zu schenken. Aufgrund dieses Phänomens gibt z.B. die Wirtschaft Milliarden für Werbegeschenke aus. Denn schon bei einem geschenkten Kugelschreiber merken wir uns den Firmennamen und bei der nächsten Kaufentscheidung spielt dieser eine entscheidende Rolle. Die Reziprozität ist demnach auch bei der Vertrauensbildung sehr bedeutend. Denn wenn uns jemand Vertrauensvorschuss gibt, schenken wir dieses fast automatisch zurück. Es lohnt sich also auf Menschen offen zuzugehen und ihnen Vertrauen zu geben. Wir sollten uns nicht von den einzelnen Ausnahmen und Negativerlebnissen blenden lassen, denn in den allermeisten Fällen können wir vertrauen.

One thought on “Ist das wirklich wichtig oder kann das weg? Vertrauen”

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